Ruedi Roth ist 1964 in Hemberg geboren und zusammen mit drei Geschwistern auf dem Bauernhof seiner Eltern aufgewachsen. Nach der Sekundarschule erlernte er den Beruf Landwirt. Im Jahr 1992 übernahm er den Betrieb seiner Eltern, heiratete und zog mit seiner Frau Elsbeth drei Töchter und einen Sohn auf. 2014 wechselte Ruedi Roth seine berufliche Tätigkeit. Er verpachtete den Betrieb an seine Schwester mit Familie und arbeitet seither als freier Journalist und hauptsächlich als Dirigent und Komponist im Jodelwesen. In Verbindung damit erteilt Ruedi Roth auch Jodelkurse und organisiert zusammen mit Erwin Buba Bertschy aus Tafers verschiedenste Animationen.

Erste Erfahrungen

Schon in der Kindheit sammelte Ruedi Roth erste Erfahrungen mit volkstümlicher Musik. Seine Mutter Hanny spielte für den Hausgebrauch diatonische Handorgel und jodelte mit Verwandten in einem erfolgreichen Quartett. Auch der oft in Betrieb stehende Plattenspieler hinterliess in Ruedi Roth seine Spuren. Vornehmlich die damals darauf abgespielten Jodelmelodien von Saumchörli Herisau, Jodlergruppe Zihlmann, Jakob Ummel, Bärgbuure Ranflüeh oder Männertreu Nesslau prägten ihn, was seine späteren Kompositionen betrifft.

Musikerlaufbahn

Erst nach der Schule begann aber Ruedi mit dem Erlernen des Spiels auf der diatonischen Handorgel. Bald wechselte er zum chromatischen Instrument und gründete 1982 seine erste Formation Ländlertrio Churfirschtegruess. Diese bestand bis 1998 und sechs Jahre später entstand die Kapelle Wilketgruess. In dieser spielten zwei seiner Töchter und ein weiteres gleichaltriges Mädchen mit und sie bestand bis 2014. Während dieser Zeit strich Vater Roth auch mal die Bassgeige. 30 Jahre lang war Ruedi Roth auch als Musikant für die Trachtengruppe Bächli aktiv. Von urchiger Musik beflügelt nahm der Toggenburger auch oft an „Priisbödelä“ teil. An solchen amtet er heute im OK und als Leiter des Wettkampfgerichts.

Theaterleben

In der Schule verfasste Ruedi Roth am liebsten Aufsätze. Er las viele Bücher und begann in der Trachtengruppe Bächli als Sechzehnjähriger mit dem Theaterspielen. Bald übernahm er die Regie und inszenierte während 20 Jahren Stücke wie Geld und Geist, Dällebach-Kari, Der Spielmann und andere. Sein Sprachtalent bewog ihn im Jahr 2010 in den freien Journalismus einzusteigen. Für Agrarmedien und die volkstümliche Kulturzeitschrift Stubete/Land&Musig verfasst er seither in loser Folge Reportagen. Nach dem Verfassen des Drehbuchs und der Regieführung beim Festspiel 100 Jahre Männertreu Nesslau wagte sich Ruedi Roth im Jahr 2015 an ein grösseres Projekt. Er schrieb das Drehbuch des Jodelmusicals „Stilli Zärtlichkeite“, in welchem er auch für Regieassistenz und die Musikalische Leitung zuständig ist.

Jodelkarriere

Das „Zauren“ erfasste Ruedi Roth schon in seiner Kindheit. Zuhause wurde oft in diesem Stil gesungen und gar manche „Öberefahrete“ im Toggenburg und im Appenzellerland hinterliess in ihm einen nachhaltigen Eindruck. Als Ausgangsziel kamen später nur volkstümliche und urchige Anlässe in Frage und diese besuchte Ruedi Roth oft. Es existierte in Hemberg eine Clique Gleichaltriger, welche sich möglichst oft im Trachtengewand zeigte und dabei das Jodeln und Brauchtümer wie Schelläschöttä fleissig praktizierte. Ab 1994 übte Ruedi Roth 12 Jahre lang das Silvesterchlausen aus. Den wirklichen Einstieg in die Jodlerszene erlebte er 1999. Die Musikerlaufbahn war unterbrochen und Willi Valotti holte ihn in den JK. Wattwil. Dort amtet Ruedi nun schon über 15 Jahre als Dirigent und eigentlicher Hauskomponist. Im Jahr 2007 übernahm er auch das Heimetchörli Hemberg und 6 Jahre später das Jodelchörli am Pfäffikersee. Den Jurykurs absolvierte Ruedi Roth erfolgreich im Jahr 2013 und amtet auch seit vielen Jahren als Kurs- und Gesamtchorleiter in der Naturjodelvereinigung Appenzell/Toggenburg. Den ersten Aktivauftritt an einem Jodlerfest in einer Kleinformation bestritt der Hemberger 2015 in Sarnen mit Schwester Annemarie und Bruder Werner.

Naturjodel und Lieder

Die ersten Melodien liess sich Ruedi Roth für das Silvesterchlausen einfallen. Im Jahr 2002 folgte dann das erste Jodellied mit dem Namen „Läbwohl“. Seither haben rund 20 Naturjodel und gleich viele Jodellieder seine Werkstatt verlassen. Hiervon sind auch einige Auftragskompositionen im Repertoire. Ein grösseres Werk entstand im Jahr 2013 anlässlich des Jodlerfestes in Wattwil. Für den integrierten Sonntaggottesdienst verfasste Ruedi Roth die Jodlermesse „Seeleklang“. Diese brachte ihm dann auch den Förderpreis des Kantons St.Gallen ein. Über 50 Naturjodel und Jodellieder fanden unter seiner Leitung den Weg in das Tonstudio und können bei ihm bestellt werden. Als glücklichen Zufall beschreibt Ruedi Roth seinen Oscargewinn in der Sparte Filmmusik im Jahr 2015 im Streifen „The Grand Budapest Hotel“.

Filmmitwirkung

In vier verschiedenen Kinostreifen taucht Ruedi Roth auf. Im mit dem Publikumspreis an den Solothurner Filmtagen prämierten Streifen „bödälä“, im von derselben Regisseurin produzierten Dokumentarfilm „Melodies of Noise“, dem vom Wattwiler Produzenten Severin Frei erschaffenen Film „Schweizer Geist“ sowie mit der Einstiegsmelodie für den Film „The Grand Budapest Hotel“, welcher in der Sparte Filmmusik auch den Oscar gewann.

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